experiment bibliothek

11 01 2010


Ich habe bei der Recherche zu einem Vortrag mehrere Erkenntnisse gewonnen, die nicht im direkten Zusammenhang mit dem Thema standen. Folgendes:
1.Erkenntnis: Im Internet findet man nicht alles!
Das zu bearbeitende Thema ist Daniil Charms und seine Kurzszenen. Letzten Freitag habe ich dann auch mal aufgrund des näher kommenden Vortrag-Termins angefangen, Informationen zusammenzutragen. Erste Anlaufstelle: Wikipedia. Einen Überblick gab das schon, aber keine Werke von Charms. Also als nächstes: Google. Eine Seite wird mir offenbart, die schon ein bisschen mehr zu Werken, Ergänzendes zum Leben und zudem Interpretationsansätze und sonstigen interessanten Spaß bereitstellte. Dummerweise fehlten weitestgehend die Kurzszenen.
Da ich aber noch in einer Zeit aufgewachsen bin, wo man mit 10 Jahren eine Bibliothekskarte bekam, die dann nie genutzt wurde, aber dennoch daran erinnert hat, dass es eine solche Institution noch gibt, konnte ich diese Erinnerung ausgraben.
2.Erkenntnis: Das Internet weiß aber, wo man etwas findet.
Faul, wie ich bin, habe ich erst einmal die Schweriner Stadtbibliothek gegoogelt, und stieß auf eine Seite, die auch zu einer Datenbank der vorhandenen Bücher führte. Das stimmte mich doch sehr erfreut. Die Aufmachung war nicht so geil, aber es tat, was ich wollte. Nämlich mir das Suchen in der Bibliothek ersparen, denn da stand nicht nur, dass es das Buch mit viel versprechendem Titel gab, sondern auch wo genau in der Bibliothek.
3.Erkenntnis: Für eine Bibliothek steh ich sogar auch früher auf.
Das mindeste, was ich auf der Seite der Bibliothek erwartet habe, waren die Öffnungszeiten, die es auch gab, die mich aber geknickt haben. Ich musste bis 13 Uhr dort gewesen sein, denn dann machen die am Samstag die Schotten dicht. Kann ich verstehen, des Privatlebens wegen, aber länger schlafen kann ich deshalb trotzdem nicht. Also bin ich mutig und stehe schon um 10 Uhr auf, ich will ja nichts riskieren.
4.Erkenntnis: Die Regale überfordern mich.
In der Bibliothek drin, irre ich peinlicher Weise herum. Ziel: R31. Was soll das denn heißen, bitte schön? Ist das nun einfach nur die durchbuchstabierte Regelkennzeichnung? Oder steht das für Roman? Oder Regal? Letzteres schließt sich aus, denn ich finde eine Regalreihe mit verschiedenen Buchstaben, bin schon fast siegessicher, erkenne dann aber am Ende der Reihe: Sie reicht nur bis K. Woanders gibt es ganz viele Rs. Aber die reichen nur bis 11. Zumindest erkenne ich nichts anderes. Zu dumm.
5.Erkenntnis: Bibliothekarinnen sind sehr hilfsbereit.
Das ist ja im Prinzip ihr Job. Dummen, verwirrten und verirrten Leuten wie mir helfen. Aber Die Tatsache, dass das auch so ist, ist wunderbar. Die Frau führte mich übrigens zu einem Regal, wo außen R11 dran stand. Glaub ich.
6.Erkenntnis: Ein einziges Regal raff ich.
Das ist toll. Im Buchladen sind die Regale immer so doof geordnet. Zumindest bin ich zu doof, die Ordnung darin zu erkennen, weil die von Regal zu Regal unterschiedlich ist. Aber in einer ordentlichen, konservativen Bibliothek, da sind Regale super. Einmal überlegt, der Typ fängt mit C an und hier ist f also muss ich nach links, und schon halte ich das Buch in den Händen. Ich hätte nicht gedacht, dass das so ein tolles Gefühl ist, dieses Buch aus dem Regal zu ziehen. Echt. Unglaublich.
7.Erkenntnis: Eine Jahreskarte brauche ich trotzdem nicht.
Mit dem Buch triumphierend wedelnd und laut jubelnd gehe ich zur Kasse. Ich habe auch meine seit Jahren in der Schreibtisch-Schublade gammelnde Chipkarte dabei. Buch und Karte gebe ich der Kassiererin. Ich entscheide mich aber, den Einzelpreis für ein Buch zu zahlen und nicht meine Jahreskarte. Die war vor kurzem noch kostenlos für mich, aber mit 18 ist vieles auch doof und kostet Geld, wo es vorher keins kostete. Der Preis ist zwar nicht hoch, aber irgendwie lohnt es sich nicht, die karte zu behalten. Ich meine, wann leihe ich mir denn zur Schulzeit noch was aus? Bestimmt nicht so oft, dass sich eine Jahreskarte rechnet. Beim Studium ist das dann vielleicht anders, aber da ist auch die Bibliothek eine andere.
Ich vertraue also weiterhin und trotz der vielen Erkenntnisse auf das Wissen des Internets. Und meinetwegen gebe ich dann auch mal einen Euro für ein Buch aus, wenn ich es wirklich brauche. Ich freue mich, diese Erkenntnisse gewonnen zu haben. Es zeigt mir, dass man noch nicht ohne das Buch auskommt, dass aber Buch und Internet zusammen eine gute Kombination sind. GoogleBooks hat das Buch übrigens noch nicht digitalisiert.
gabriel

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